Der Traum wird wahr: Ein Schweizer Team verwandelt den LEGO® Game Boy in eine funktionierende Retro-Konsole
Als LEGO® Anfang Oktober den Game Boy als detailgetreues Modell auf den Markt brachte, war die Nostalgie-Welle riesig. Doch so schön das 421-teilige Set auch anzusehen ist – spielen konnte man damit leider nicht. Bis jetzt! Das Schweizer Team von Substance Labs hat mit BrickBoy ein Upgrade-Kit entwickelt, das den LEGO® Game Boy zum Leben erweckt.
Plug & Play für Retro-Gamer
Das Konzept ist genial einfach: Das BrickBoy-Kit lässt sich ohne Löten, Programmieren oder technische Vorkenntnisse installieren – nur mit der gleichen Click-and-Play-Zufriedenheit wie LEGO® selbst. In etwa fünf bis zehn Minuten ist das Modul eingebaut und der Klötzchen-Game-Boy einsatzbereit.
Statt echter Game Boy-Cartridges setzt BrickBoy auf Emulation. Das Herzstück ist ein 2,4-Zoll-Display, das Game Boy ROMs emuliert. Das Modul selbst sitzt im Cartridge-Slot und ragt ein wenig nach oben heraus – ein kleiner optischer Kompromiss für die Funktionalität.
Drei Varianten für jeden Anspruch
BrickBoy gibt es in drei Ausführungen: Essential Kit, Gamer Kit und Collector’s Edition.
Essential Kit (129 Euro)
Das Einsteigermodell spielt Game Boy-Spiele nur in Graustufen und wird mit 2x AAA-Batterien betrieben. Perfekt für Puristen, die das klassische Game-Boy-Feeling authentisch nachempfinden wollen – auch wenn der Preis mit 129 Euro schon mehr ist als das LEGO®-Set selbst.
Gamer Kit (169 Euro)
Die Gamer-Variante bietet beschleunigte Gameplay-Optionen, anpassbare Hintergrundbeleuchtung, Bluetooth-Audio und kabellose Updates. Sie ermöglicht GB-, GBC- und GBA-Emulation in Farbe und verfügt über einen wiederaufladbaren Akku. Hier bekommt man definitiv mehr für sein Geld.
Collector’s Edition (189 Euro)
Die prestigeträchtigste Version mit Exposition Mode und Netzteil für permanente Display-Nutzung. Ideal für alle, die ihren LEGO® Game Boy als spielbares Schaustück präsentieren möchten.
Der Haken an der Sache
So cool das Projekt auch ist – es gibt ein paar Dinge zu bedenken:
Der Preis: Selbst das günstigste Kit kostet mehr als das LEGO®-Set, das separat erworben werden muss. Auch mit Frühbucherpreisen von etwa 85 Pfund macht das Essential Kit das LEGO® Game Boy teurer als die 55 Pfund für das LEGO®-Set.
Technische Details fehlen: Weder die genauen Hardware-Specs noch Details zum verwendeten Chip wurden bisher veröffentlicht. Einige Tester bemängelten zudem die Emulationsqualität in den Promo-Videos.
Keine echten Cartridges: Anders als andere Modder-Projekte – etwa von Natalie the Nerd, die echte Game Boy-Cartridges nutzt – setzt BrickBoy ausschließlich auf ROM-Emulation.
Wann kommt’s?
Die Kickstarter-Kampagne ist bereits erfolgreich gestartet und hat ihr Finanzierungsziel erreicht. Die Kits sollen im März 2026 ausgeliefert werden. Der Prototyp ist fertig getestet, sodass nur noch die finale Montage und Qualitätskontrolle anstehen.

Fazit: Nostalgie hat ihren Preis
BrickBoy ist definitiv ein cooles Projekt für alle Retro-Gaming- und LEGO®-Fans. Die Idee, ein Display-Modell in eine spielbare Konsole zu verwandeln, hat ihren Reiz – besonders für die Generation, die mit dem grauen Handheld aufgewachsen ist.
Allerdings muss man schon ein echter Enthusiast sein, um fast 300 Euro (LEGO®-Set plus Essential Kit) für dieses Vergnügen hinzulegen. Die fehlenden technischen Specs und Berichte über schwache Emulationsqualität in den Demos sollten potenzielle Backer ebenfalls im Hinterkopf behalten.
Wer bereit ist, tief in die Tasche zu greifen und die Feinheiten einer ROM-basierten Lösung akzeptiert, bekommt mit BrickBoy ein einzigartiges Gadget, das garantiert zum Gesprächsthema wird. Für alle anderen gilt: Abwarten und Tee trinken – oder auf alternative Lösungen wie Natalie the Nerds „Build a Boy“ mit echter Cartridge-Unterstützung hoffen.
Hinweis: Das LEGO® Game Boy-Set (72046) ist nicht im BrickBoy-Kit enthalten und muss separat erworben werden.

Fallout Pip‑Boy 3000 Replica: Technik‑Reliquie zwischen Spielwelt, Sammlermarkt und moderner Elektronik
Playmobil Knight Rider K.I.T.T. Model für große Kinder